Platten für Zithertische herstellen

Sonntag, 26. April 2020 18:35

Für meine Zithertische benötige ich eine besondere Platte (Oberboden), die ich NICHT im traditionellen Holzhandel kaufen kann.

Bei den Forschungen unter der wissenschaftlichen Federführung von Herrn Ziegenhals (Institut für Musikinstrumentenbau aus Zwota / V.) hat sich herausgestellt, dass für den Oberboden eine möglichst harte, schwere und verwindungssteife Platte aus kurzfaserigem Material (in diesem Fall AH) unbedingt notwendig ist. Da dieser Ahorn aufgrund seinen Eigenspannungen zum Verziehen neigt und diese Kraft nicht ausschliesslich von der Zarge aufgenommen werden kann, wird diese Platte abgesperrt. Das heisst, daß die Platte aus drei Schichten besteht, längs/quer/längs, mit einem speziellen Klebstoff in der Presse unter viel Druck verpresst. Die Industrie / der Holzhandel liefert solche Platten auch, jedoch achten die Mitarbeiter selten so speziell auf die Holz- und Farbauswahl, wie es im Handwerk möglich ist.
So schneide ich einen Block zu und trenne ihn 3-fach auf. So entstehen 4 Teile, die wie ein Furnierbild gespiegelt zusammengesetzt werden. Die Mittellage bildet eine Lage von miteinander NICHT verklebten Teilen, ähnlich der traditionellen „Tischlerplatte“ ( #1).

Nach dem Aushärten und Abtrocknen erfolgt der Formatschnitt und der Grobschliff / das „Kalibrieren“ der Platte. Nun ist der Oberboden des Tischkorpus zur Weiterverarbeitung fertig.


( #1) Bei dieser Platte wird eine Stäbchenmittellage aus (hier:) Nadelholz zwischen 1,8 mm Sägefurnier quer zur Faser verklebt. Die Stäbchen werden dabei nur eingelegt und die Furnierflächen beleimt. Nach den 2-wöchigem Austrocknen kann diese Platte geschiffen werden und quer zur Faser überfurniert werden.